Torre de Bélem

Der Torre dem Bélem im gleichnamigen Stadtteil, zählt zu den Wahrzeichen der portugiesischen Metropole. Wie das nahegelegene Hieronymus-Kloster, ist auch dieses Bauwerk im manuelinischen Stil errichtet worden. Die Bauarbeiten wurden im Jahr 1515 begonnen, sechs Jahre später wurde der Turm fertiggestellt. Da er an der Mündung des Tejo liegt, diente er früher als Leuchtturm und ist ein Symbol für die Seefahrt. Bis ins 19. Jahrhundert hinein, diente das Innere des Turmes auch als Waffenlager und Gefängnis. Den großen Erdbeben in der Stadt hielt der Wachturm stand, im 19. Jahrhundert wurde er jedoch durch Napoleons Truppen teilweise zerstört. Im Jahr 1846 wurde das Wahrzeichen dann aufwändig rekonstruiert. Im Jahr 1983 wurde das Bauwerk sogar ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Eine Wendeltreppe im Inneren des Turmes führt auf eine Aussichtsplattform in 35 Meter Höhe. Der Turm besteht aus insgesamt vier Etagen. Im ersten Stockwerk befindet sich das Gouverneurszimmer, im zweiten Stockwerk der Königssaal, im dritten Stock das Zimmer des Kommandanten und im obersten Stockwerk die Kapelle.

Den Wachturm ziert der Kopf eine Nashornes, welcher auch Albrecht Dürer als Vorlage für eines seiner berühmten Bilder diente. König Manuel erhielt von Indien ein Nashorn geschenkt, welches auf diese Weise verewigt werden sollte. Früher stand der Turm auf einer kleiner Insel inmitten der Tejo-Mündung, doch im Laufe der Zeit bildete sich durch Versandung fast eine Verbindung zum Land. Der Turm von Bethlehem befindet sich nun fast am Ufer und ist über eine Zugbrücke erreichbar. Die dem Meer zugewandte Seite ist wesentlich schöner als die Seite zum Land hin. Hier stehen auf einer Terrasse auch die Statue der Schutzgöttin Madona do Bom Sucesso und einige alte Kanonen. Faszinierend ist die prunkvolle Verzierung des Turmes im moslemischen Stil.