Hieronymus Kloster - Mosteiro dos Jéronimos

Das Hieronymus-Kloster im Vorort Belem gehört mit Sicherheit zu den beeindruckendsten Gebäuden Lissabons, wenn nicht sogar weltweit. Das Kloster wurde im Stil der Manuelinik, einer Variante der Spätgotik, im Jahr 1544 fertiggestellt. Nachdem Vasco da Gama Indien entdeckt hatte, wurde im Jahr 1502 mit dem Bau begonnen. Finanziert wurde er durch die Einnahmen aus dem aufstrebenden Überseehandel. Auch das Innere des Klosters ist deshalb sehr prunkvoll gestaltet. Die großen Erdbeben in der Stadt konnten dem gigantischen Bauwerk nichts anhaben, doch wurde es im 19. Jahrhundert von den Truppen Napoleons beschädigt. Bis zum Jahr 1834 war das Kloster die Heimat des Ordens des Heiligen Jeronimo. Die schöne Klosterkirche ist der Heiligen Maria gewidmet. Die Klosteranlage ist riesengroß, so dass es nicht so einfach ist, das komplette Gebäude auf ein Foto zu bekommen. Wenn man davor steht, wirkt es eher wie ein romantisches Schloss.

Unter der Empore können die Sarkophage von Vasco da Gama und Portugals berühmtem Dichter Luis de Camoes besichtigt werden. In dem Kloster wurden auch viele Könige des Landes beigesetzt, ihre Sarkophage stehen beim Hochaltar. Der doppelstöckige Kreuzgang gilt als einer der schönsten der Welt, denn er ist sehr filigran gearbeitet und reich verziert. Im Refektorium begeistern wunderschöne Azulejos aus dem 18. Jahrhundert. Seit dem Jahr 1983 zählt das Kloster zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Kalksteinfassade des 300 Meter langen Bauwerkes ist sehr verschnörkelt und reich verziert. Die Seitenflügel des Klosters beherbergen ein Museum für Archäologie und das Marinemuseum.

Der Garten vor der Klosteranlage ist wunderschön angelegt und lädt zum Verweilen ein. Das Kloster ist von Oktober bis April zwischen 10 und 17 Uhr und von Mai bis September zwischen 10 und 18.30 Uhr geöffnet. Personen ab 14 Jahren müssen Eintritt bezahlen, doch das Warten an der Kasse lohnt sich auf jeden Fall.