Auf Erkundungstour

Ganz im Westen Europas, dort wo einst Schiffe ablegten, um die Welt zu entdecken, liegt die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Die Stadt versprüht einen ganz besonderen Charme. Und Lissabon überrascht seine Besucher immer wieder aus Neue. Moorische Architektur und Modernismus, das Castelo de Sao Jorge zeugt von der Herrschaft der Mauren zwischen dem 8. und dem 12. Jahrhundert, in den modern gestalteten Stationen der Lissaboner Metro zum Beispiel spürt man den Aufbruch. Gepflasterte Straßen und Graffiti, rustikale Tavernen und stylische Bars - Lissabon hat alles.

Die gelben Straßenbahnen, die an die Cable Cars in San Francisco erinnern, befördern Besucher der Stadt bequem auf die zahlreichen Hügeln von denen sich ein wunderbarer Ausblick über die Stadt bietet. 1998 war Lissabon Gastgeber der Expo, ein Event, das den Portugiesen Selbsbewusstsein verlieh.

Wunderbar essen kann man in Lissabon nach jedem Geschmack, der Fisch schmeckt in den meisten Lokalen der Stadt ganz ausgezeichnet und fehlt natürlich auf keiner Speisekarte. Das Bairro Alto ist nicht nur eine tolle Ausgehgegend, die bei den Lissabonern sehr beliebt ist, auch Restaurants gibt es in diesem alten Stadtteil viele. Nicht typisch Portugiesisch, aber dennoch ein Geheimtipp ist das argentinische Restaurant La Pararrucha. Lassen Sie sich auf keinen Fall vom ersten Eindruck täuschen. Beim Betreten ist das Lokal eher dunkel. Dringt man allerdings weiter vor, dann gelangt man in den hinteren Teil mit einer verglasten Terrasse. Im Pararrucha kann man nicht nur ausgezeichnetes Fleisch, sondern auch einen einzigartigen Ausblick über die Stadt bis hin zur Burg genießen.

Die blau-weißen Fliesen entdeckt man so ziemlich überall in Lissabon. Auf Portugiesisch werden sie "azulejo" genannt. Ein Wort, das sich entweder aus dem Persischen "zulej", was so viel wie blau bedeutet ableitet, oder vom Arabischen "al-zuleycha", was wiederum polierter Stein heißt. Paläste, Fassaden, einfache Häuser, Metrostationen die Fliesen finden sich überall. Ursprünglich wurden diese im 14. Jahrhundert in Sevilla von muslimischen Handwerkern hergestellt und dann rasch nach Portugal importiert.

Außerhalb der größeren Städte wie Lissabon kommt man in Portugal mit Englisch kaum mehr durch, nur ca. 20% der Portugiesen sprechen Englisch. Dass die Portugiesen viel häufiger französisch als sie englisch sprechen, ist allgemein bekannt. Da Portugiesisch zu den romanischen Sprachen gehört ist es auch sehr nahe am Italienischen und am Spanischen, das die Einheimischen, auch wenn sie es nicht immer zugeben gut verstehen.

Auch in der Umgebung Lissabons gibt es viel Sehenswertes. Ein Ausflug nach Sintra lohnt sich auf jeden Fall. Hoch oben auf einer Anhöhe befindet sich ein bezauberndes maurisches Schloss. Und im Palacio Nacional in Sintra findet man besonders schöne Anfertigungen, der bereits erwähnten Fliesen. Auch die westlichste Spitze Europas "Cabo do Roca" ist von dort aus nicht weit. Wo die Felsen steil abfallen, blickt man auf die Weite des Atlantiks hinaus. Cabo do Roca ist atemberaubend.